Westhausen. Die Raiffeisenbank Westhausen eG hat das Geschäftsjahr 2025 mit stabilen Kennzahlen und einer klaren strategischen Ausrichtung abgeschlossen. Die Bilanzsumme steigt leicht auf 270 Mio. Euro (Vorjahr 268 Mio.). Deutlich dynamischer entwickelt sich das Kerngeschäft: Die Kundenkredite wachsen auf 159 Mio. Euro (142 Mio.; +12%). Gleichzeitig gehen die Kundeneinlagen auf 217 Mio. Euro zurück (225 Mio.; –3,7%).
Mehr Kredite bei sinkenden Einlagen ist kein Alarmzeichen, aber ein Punkt, den Banken sauber steuern müssen. Es zeigt: Wachstum im Kreditgeschäft braucht eine stabile Finanzierung – und genau da wird Einlagenbindung wieder wichtiger.
Ertragsseitig profitiert die Bank vom Zinsumfeld: Der Zinsüberschuss steigt auf 3,753 Mio. Euro (3,213 Mio.; +16,8%), der Jahresüberschuss auf 250 T€ (237 T€; +5,5%). Neben dem klassischen Bankgeschäft verfügt die Raiba Westhausen über zusätzliche Ertragsquellen: Einnahmen aus Solarstrom sowie Miet- und Immobilienerträgen. 2025 wurde das Immobilienportfolio weiter ausgebaut, unter anderem durch den Gewerbepark Wörnitz (seit November 2025 im Besitz), auf dessen Flächen bereits eine Dekra-Station, eine Bäckerei-Filiale und ein Aldi-Markt angesiedelt sind.
Der breitere Ertragsmix kann die Bank robuster machen – gerade in Jahren, in denen Provisionen oder Margen schwanken. Immobilien bleiben aber langfristige Anlagen: Sie stabilisieren, binden zugleich Kapital und müssen dauerhaft gut gemanagt werden.
Für die Stabilität sprechen die ausgewiesenen Eigenmittelquoten: Die harte Kernkapitalquote liegt bei 17,9%, die Gesamtkapitalquote bei 19,1%. Damit verfügt die Bank über ein deutliches Kapitalpolster. Im Kreditgeschäft betont der Vorstand einen konservativen Kurs. Vorstand Werner Schneider beschreibt die Vorgehensweise so: Kreditvorhaben werden früh auf Plausibilität und Risiken geprüft, und bei Bedarf werden Sicherheiten verlangt. „Wir sind im Kreditgeschäft tatsächlich sehr konservativ unterwegs. Das verringert aber auch unser Kreditausfallrisiko“, so Schneider.
Strategisch rückt die Genossenschaftsbank die Mitgliedschaft als zentrales Bindungs- und Stabilitätselement in den Mittelpunkt. Nach einer Konsolidierung in den Vorjahren – „Wir wollen echte Mitglieder“, so Vorständin Anja Göschl – steigt die Mitgliederzahl von 4.297 auf 4.340. Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder wurden 2025 um 1.074 T€ erhöht, was aus Sicht der Bank die Eigenkapitalbasis stärkt. Flankiert wird dies durch eine Mitglieder-Kampagne unter dem Motto „Ich will mehr sein als Kunde“.
Für junge Menschen kündigt die Bank zudem ein neues Angebot an: „RB-Mein Konto“, das „mitwachsende Konto“ bis zum Ausbildungs- oder Studienabschluss – mit Guthabenszins bis 1.000 Euro, ohne Kontoführungsgebühren und Gratis-VISA-Card.
Auch beim Personal sieht sich die Bank gut aufgestellt: Das Team ist im Durchschnitt rund 37 Jahre alt, die Ausbildung wird als „historisch“ hoch bezeichnet (aktuell fünf Auszubildende und eine Studentin, neu auch Werkstudenten).
Als regionaler Förderer unterstreicht die Raiba Westhausen ihren genossenschaftlichen Anspruch auch mit konkreten Zahlen: 34.173 Euro an Spendengeldern gingen 2025 an gemeinnützige Einrichtungen und Vereine – etwa für soziale Projekte, Gesundheitsvorsorge in der Gemeinde (z. B. Defibrillator), Angebote für Kinder sowie Vereins- und Sportprojekte.
My-Fleckle-Fazit: Westhausen liefert 2025 ein stimmiges Gesamtbild aus solidem Ergebnis, starkem Eigenkapital und einer Strategie, die Mitgliederbindung und regionales Kreditwachstum in den Mittelpunkt stellt. Beobachtungspunkt bleibt die Einlagenentwicklung – doch die Kapitalquoten zeigen, dass die Bank mit substanzieller Reserve unterwegs ist.